
Heute wurde in Berlin-Friedrichshain ein alternatives Wohnprojekt geräumt: Liebigstraße 14. Die Besetzer wehren sich seit Jahren gegen die Räumung; der Versuch, in letzter Minute noch einmal vor Gericht dagegen anzugehen, scheiterte gestern. Mehrere Hundertschaften der Polizei mit Unterstützung aus anderen Bundesländern sorgten im Laufe des Vormittags dafür, dass das Haus geräumt werden konnte. Es kam zu massiven Protesten der linken Szene, bei denen auch mehrere Menschen verletzt worden sind.
Das Gelände war weiträumig abgeriegelt. Der Eingang zu den angrenzenden Straßen war durch Polizisten versperrt. Herein kamen nur diejenigen, die dort wohnten oder eben Fotografen mit Presseausweis. Somit kam auch ich nicht bis ans Haus, so dass ich meine Fotos aus der aufgehaltenen Masse heraus gemacht habe. Ein Presseausweis – das ist das nächste, was zu holen sein wird für mich.
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Ich habe mir heute eine neue Mattscheibe für meine Kamera bei Amazon bestellt. Da ich ausschließlich mit alten, manuellen Objektiven arbeite und mich dementsprechend nicht auf die Autofokusfunktion der Kamera verlassen kann und will, brauche ich eine bessere Fokussierhilfe. Bei großen Blendenöffnungen ist die Tiefenschärfe auf Fotos teilweise nur Milimeter groß: Es ist einfach verdammt schwierig, den richtigen Schärfepunkt zu finden. Die neue Mattscheibe, die mit einer extra dafür mitgelieferten Pinzette geliefert wird, muss in das Herz der Kamera eingebaut werden. Das soll nur eine Minute dauern, aber mit Herzklopfen ist die Sache doch verbunden.
Bei dem folgenden Foto ist es mir dennoch gelungen, mein gewünschtes Objekt (Emma) knackscharf in Szene zu setzen. Emma steht vor der Einfahrt zum Aldi-Parkplatz und beobachtet herein- und herausfahrende Autos.

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Ich muss eingestehen, dass es gar nicht so einfach ist, mit einem Teleobjektiv loszuziehen. Man kann die schönsten Motive aus dem Hinterhalt schießen, ja. Aber meinem Ziel, Moabit von seiner ganz eigenen Seite zu zeigen, bin ich leider nicht zufriedenstellend nahegekommen.
Ich wollte Menschen fotografieren: wie sie an den zahlreichen Gemüseständen einkaufen, wie sie miteinander kommunizieren, wie sich jung und alt, Migration und Nichtmigration gemeinsam ins Straßenbild einfügen. Es fiel mir äußerst schwer, draufzuhalten – deshalb, weil ich Privatsphäre für ein hohes Gut halte. Ich habe gemerkt, dass ich – zumindest ohne speziellen Auftrag wie das bei einer Hochzeit der Fall ist – unheimliche Probleme habe, mich gegen diesen inneren Respekt zu widersetzen.
Vielleicht ist das aber auch gut so. Rechtfertigt ein gutes Portrait etwa die Tatsache, dass jemand ohne seine Zustimmung im Netz veröffentlicht wird? Ich weiß es nicht. Es gibt da diese und jene Meinungen und ich ziehe den Hut vor jenen, die sich einfach keinen Kopp darum machen.
Deshalb seht ihr hier größtenteils Straßenszenen und Gebäude, die ja womöglich auch ihren Reiz haben. Alle Bilder sind entstanden mit einem 70-200er Telezoom bei Blende 4, ISO 400-640. Bis auf das letzte, das ich mit einem 28er Weitwinkelobjektiv fotografiert habe.






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Ich kann dich gut verstehen…es gibt so tolle menschliche Motive, Szenen und Momente auf der Straße zu sehen, aber ich habe auch große Hemmungen, wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin, einfach auf die Leute draufzuhalten und zu knipsen.
Ich denke immer, dass ich dann eine Grenze überschreite.
Aber auch ohne Menschen mag ich die Bilder von deiner Fototour!
Einen lieben Gruß
Daniela
Liebe Daniela,
vielen Dank für dein Feedback und gut zu wissen, dass ich nicht die einzige mit Hemmungen bin 😉 . Üben wir einfach noch ein bisschen weiter oder aber, wenn das nicht klappt, fotografieren wir einfach die anderen interessanten Motive des Lebens – es gibt so viele!
Liebe Grüße zurück nach Bremen
Michaela
Bin noch keine 5 Minuten hier, aber Deine Werke sprechen mich doch sehr an.
Ich möchte mal kurz auf das Thema Menschen fotografieren eingehen.
Tatsächlich wird es ja heutzutage immer öfter diskutiert, das „Recht am eigenen Bild“ und es ist wirklich so, dass man eigentlich vorher alle fragen müsste, ob sie mit auf Fotos wollen/dürfen.
Vielleicht kommen daher Deine Hemmungen, ich kann dies gut nachvollziehen, mir geht es da ähnlich bei solchen Motiven.
Dies ist sehr schade, denn ich finde, gerade solche ungestellten Fotos haben diesen besonderen Reiz der in einer solchen Reportage eben nicht fehlen sollte – wenn man sich den traut.
Wie sagt man also so schön, guter Rat ist teuer!
Liebe Grüße
Anja
Vielen lieben Dank, Anja, für deinen Beitrag!
Wenn es denn wirklich guter Rat wäre, der da teuer ist. Das, was letztendlich teuer werden kann, ist doch die Rechnung des Anwalts, wenn sich wirklich mal jemand unberechtigt fotografiert im Netz wiederfindet und: wenn er eben einen schlechten Tag hat und weiß, was er rausholen kann. Die Gesetze sind da an manchen Stellen schwammig, aber wenn du wirklich mal auf einen Verrückten triffst, der weiß, wie er’s anstellen muss, dann kannst du schnell ein paar Tausende los sein.
Ansonsten stimme ich voll mit dir überein: Ich kann keine Emotionen ins Bild zaubern, wenn ich jemanden vorher frage, ob ich ihn portraitieren darf. Da mag es vielleicht Ausnahmen geben, aber Menschen verhalten sich nun mal anders, wenn sie wissen, dass eine Kamera auf sie gerichtet ist. Diese Fotos möchte auch ich nicht machen. Jedenfalls gehört das nicht zum Reportagestil, so wie ich ihn mir vorstelle – auch hier gibt’s natürlich Ausnahmen wie Schnappschüsse zwischendurch mal.
Bleibt also das Risiko abzuwägen und in jeder Situation neu zu bewerten. Ich jedenfalls freue mich auf die Zeit, in der ich in die Hochzeitsfotografie einsteige: mit offiziellem Auftrag des Brautpaares, ihren Tag ungestellt zu begleiten. Dann werde ich mich austoben, das ist gewiss!
Beste Grüße aus Berlin nach Havelberg
Michaela
Heute gab es für Emma wieder einmal die obligatorische Quartalsuntersuchung in der endokrinologischen Abteilung der Charité. Im Wartezimmer machten wir’s uns gemütlich: Emma spielte und las und ich hatte meine Kamera im Anschlag. Der Doc ließ wie so oft auf sich warten; nach Gewichts- und Größenkontrolle durch die Schwester saßen wir also noch im Behandlungszimmer und schlugen die Zeit tot. Emma wurde das Warten zu anstrengend und sie äußerte ihren Widerwillen. Sie weinte und verlangte nach ihrem Schnulli. Der lag zu Hause in ihrem Bett und das wusste sie auch. Und weil ich ihr immer wieder dasselbe erzählte (Du bist schon groß, brauchst ihn nur noch nachts etc.), erhöhte sie die Frequenz ihrer Nörgelei und drückte dazu ordentlich auf die Tränendrüse. Es war dann aber irgendwann wieder gut, sie zischte ab und fegte über die Gänge.












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Geschichten wie sie das Leben schreibt.
Ach was sag ich denn, wir kennen das ja auch nur zu gut! Vielleicht muss ich deshalb so schmunzeln 😉
Aber mein Problem ist, unsere Motte lässt sich nicht mehr fotografieren, sie möchte lieber hinter mit rein kucken.
Ich nehm die Kamera schon gar nicht mehr mit….
Ui, das kommt bestimmt auch noch auf mich zu. Noch interessiert sich Emma überhaupt nicht für meine Kamera; sie kennt diesen schwarzen Kasten vor meinem Gesicht, seit sie denken kann. Ab und zu kommt sie aber auch schon mal an und lässt sich zeigen, wie das Foto geworden ist, aber sie dampft auch immer schnell wieder auf “ihre” Seite der Kamera ab. Noch.
Meine Heimatstadt, die ich vor 17 Jahren verlassen habe. Vergangenes Wochenende war ich wieder einmal zu Besuch und ließ mich einspannen für einen Spaziergang an die Elbe. Das Foto zeigt meinen Neffen Martin und meine Nichte Paula, die gerade ihre kleine Spritztour durch die Ränder der übergelaufenen Elbe beenden.

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Manchmal habe ich Lust auf Experimente und dann ist es einfach mal an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Heute habe ich mit Licht gespielt. Was ich dazu brauchte? Einen dunklen Raum, ein Stativ, eine Kamera, 15- 30 Sekunden Belichtungszeit, eine Taschenlampe und einen Rotfilter.
Die Kamera hatte ich auf meine Couch gerichtet, sodass ungefähr eineinhalb/zwei Meter Breite eingefangen waren. Ich saß auf der Couch, die Taschenlampe hielt ich in Richtung Kamera und bewegte sie nach meinen Vorstellungen. Meine Taschenlampe hatte ungewöhnlicherweise nicht nur eine Lichtquelle, sondern zwei parallel angeordnete – das erkennt man auf fast allen Fotos sehr schön. Deshalb hat die musikalische Komposition auch zehn Notenlinien, und nicht fünf. Von mir ist da gar nichts zu sehen, denn ich saß komplett in der Dunkelheit. Die blauen Spuren im Bild sind übrigens Einspielungen meiner Jacke, die an einigen Stellen dem Licht nahegekommen ist.
Bin sehr zufrieden mit meinen ersten painting-light-Fotos! Da kommen mir Ideen für festliche Anlässe, vielleicht auf der nächsten Hochzeitsfeier?!






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Heute möchte ich euch das Fotobuch Brilliant 30×30 von Fuji vorstellen. Der Weihnachtsmann brachte es meinen Schwiegereltern: Eine Fotoreportage vom Familienurlaub auf Fanø.
Ich habe lange nach einem Anbieter gesucht, der meine Wünsche erfüllen kann. Die Seiten sollten dicker sein als die üblichen 08/15-Seiten diverser Anbieter, außerdem wollte ich kein Logo des entsprechenden Fotolabors auf der Rückseite.
Meine Wahl fiel auf das 30×30-Format der Firma Fuji. Ich war mir erst nicht sicher, ob diese Größe nicht ein wenig unhandlich sein würde. Doch meine Zweifel verschwanden, als ich es dann in Händen hielt: gute Wahl – beeindruckend. Ich hatte mich für die Matt-Optik entschieden, weil ich bei Hochglanz-Verarbeitungen generell befürchte, dass sich Fingerabdrücke auf den Fotos verewigen. Die Fotos sind trotzdem brilliant, was natürlich auch daran liegt, dass sie auf echtem Fotopapier ausbelichtet worden sind. Deswegen haben die Seiten auch eine angenehme Dicke; Fotopapier kann nur auf einer Seite belichtet werden und so werden immer zwei Seiten in aufwändigem Verfahren aneinandergeklebt.
Die Leporello-Bindung gibt dem Buch den letzten Schliff und sorgt dafür, dass keine hässliche Falz in der Mitte entsteht. So kann umgeblättert werden und die Seiten liegen schön flach nebeneinander.
Das Buch gibt es mit 24, 40, 56 oder 72 Seiten. Zur Orientierung: Ich habe auf 40 Seiten 287 Fotos untergebracht. Eigentlich sollten das nicht so viele werden, denn ich mag’s nicht so gequetscht. Aber ich habe einen guten Mittelweg gefunden und die schwere Aufgabe bewältigt, aus eineinhalbtausend Urlaubsfotos die besten herauszusuchen. Keine leichte Aufgabe, deswegen bin ich auch sehr stolz auf das Ergebnis!
Mein Urteil: Das Fotobuch würde ich jedem empfehlen, der Wert darauf legt, seine Fotos auf eine etwas exklusivere Art zu zeigen. Natürlich geht es noch um einiges exklusiver, doch dazu mehr in irgendeinem folgenden Beitrag.





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Ich bin auch gerade auf der Suche nach einem Fotobuch…ich brauche allerdings 105 Seiten.
Und eigentlich möchte ich da keine 100 Euro für ausgeben.
Dein Fotobuch sieht toll aus, eine schöne Erinnerung!
Liebe Grüße
Daniela









































































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