Tegeler Forst

Pentacon 50 1.8

Mein neues altes Objektiv ist da! Wieder sehr günstig im allseits bekannten Auktionshaus ersteigert, brachte mir der Post-Mann das gute Stück gestern ins Haus. Doch warum schon wieder ein neues?

Der erste, wirklich entscheidende Grund, warum ich nach alten Objektiven Ausschau halte ist, dass ich für sie nicht das letzte Hemd geben muss, das ich gar nicht habe. Für ein gutes Objektiv, das heute aus dem Hause CANON oder NIKON kommt, eines, das eben auch über eine ordentliche Lichtstärke verfügt, kann man heute getrost mehrere hundert Euro ausgeben. Dieses Geld habe ich nicht und auch bin ich nicht bereit, so viel zu zahlen.

Zweitens muss man zwar, wenn man sich auf die alten Objektive einlässt, bestimmte Einschränkungen hinnehmen. Die 30, 40 Jahre alten Objektive sind nahezu alle manuell bedienbar, d.h. die Blende muss per Hand eingestellt werden und einen Autofokus gibt es noch nicht. Von fast allen meiner Neuzeit-Objektive bin ich im Laufe der Zeit enttäuscht worden: Es gab immer wieder unscharfe Bilder, weil der Autofokus nicht saß. So entdeckte ich meine Lust am manuellen Fokussieren und recherchierte irgendwann nach den alten Objektiven, denjenigen, die damals mit all den Pentax- und Praktica-Kameras ausgeliefert worden sind.

Man muss ein bisschen kramen, so wie man in der verstaubten Kiste auf dem Flohmarkt wühlt, doch wenn man dies energisch genug tut, kann man zu unglaublich niedrigen Preisen viele dieser alten Objektive erstehen. Meine Erfahrung zeigt auch, dass v.a. die am preiswertesten sind, die noch an eine alte Kamera angeschraubt sind. Nach Objektiven suchen viele Leute bei Ebay; die Kunst besteht aber darin, nicht in erster Linie nach einem bestimmten Objektiv zu suchen, sondern nach einer alten Kamera, an der die Wunschlinse dranhängt. Viele verkaufen die “ollen” Kameras als defekt, weil sie sie im Keller gefunden oder geerbt haben und sich nicht damit auskennen. Wer hier gründlich recherchiert, kann viele schöne Schnäppchen machen. Bleibt dann nur die Frage, was mit diesem Fuhrpark an Kamerabodys geschieht, der sich im Laufe der Zeit aufbaut.

Nun, eines dieser schönen Schnäppchen ist dieses Pentacon. Mit einer Lichtstärke von 1.8 kann man schon schön freigestellte Portraits produzieren. Spannend ist bei der Bewertung eines Objektivs auch immer das Bokeh (hier hatte ich schon einmal ins Bokeh eingeführt). In diesem Falle bin ich ziemlich begeistert von den dargestellten Lichtpunkten im Hintergrund. Sie sind nicht gleichförmig rund, sondern eher oval und ich finde, dass das eine sehr schöne Dynamik ins Bild bringt. Ich selbst bin sehr gespannt auf die ersten “richtigen” Bilder, die ich mit diesem Objektiv machen werde. Es wird sicher bald einige zu sehen geben.

Und: Wenn heute ein Bild unscharf ist, fluche ich nicht über den Autofokus, sondern weiß, über wen ich mich ärgern muss.

Geblendete Erinnerungen

Ein Foto meiner Kommode heute, oder besser gesagt: vom Ambiente drumherum. An diesem Foto erkennt man deutlich, dass es einen (relativ) scharfen Bereich gibt – die zwei mittleren Fotos – und dass alles andere in Unschärfe versinkt. Ich habe hier mit meinem 85er Tele und Blende 2 gearbeitet. Blende 2 bedeutet ziemlich weit offen, d.h. aber auch, dass sich der Schärfebereich im Foto auf wenige Zentimeter beschränkt. Bei einer Entfernung von ungefähr zweieinhalb Metern zum Objekt liegt er bei etwa sieben Zentimetern. Das bedeutet, dass alles vor und nach dem scharfgestellten Bereich unscharf dargestellt wird. In diesem Fall habe ich die zwei vorderen Bilder des Leporellos in den Fokus genommen und man sieht sehr schön, wie unscharf schon die beiden äußeren Bilder sind – sie liegen außerhalb des Schärfebereiches.

Wie man den Schärfebereich gestaltet, liegt in der Vorstellung eines jeden Fotografen – ich hätte mir im Nachhinein Schärfe auf allen Bildern gewünscht. Dazu hätte ich die Blende weiter schließen müssen, in etwa auf den Wert 5.6 vielleicht. Andererseits folgt daraus, dass weniger Licht durch die Linse eindringt und entweder ein Blitz zum Einsatz kommen oder die ISO-Zahl erhöht werden muss, um das Bild korrekt zu belichten. Weil ich generell kein Fan vom Blitzen bin und lieber mit dem vorhandenen Umgebungslicht arbeite, war in diesem Falle ISO 800 notwendig. – Kein technisch perfektes Bild, aber ein schönes zum Lernen.

Papier und Wasser {Makrofotografie}

Mehr Lust auf Details? Hier kommen sie! Diesmal: Ein Wassertropfen auf einer Artoz-Briefkarte. Fotografiert mit meinem alten russischen Helios und drei Makro-Zwischenringen.

Fortsetzung

Gatower Feldmark: Vorher und nachher

Heute habe ich Emma für ein kleines Fotoshooting ins Berliner Umland entführt. Bepackt mit Kameratasche, Kinderstuhl und Kind fuhr ich raus nach Spandau und war auf endlose Äcker und Wiesen gespannt. Und ja, da lagen sie vor mir und gaben genau jenes gestaltende Mittel her, das ich mir für meine Fotos wünschte.

Dieses Bild möchte ich auch zum Anlass nehmen, um ein wenig mehr Einblick in meine Arbeit zu geben. Wenn ich mit meinen Speicherkarten nach Hause komme, setze ich mich an meinen Computer und lege die Fotos mehrmals an verschiedenen Orten ab. Danach beginnt der Workflow, in dem ich alle Fotos sichte, einen erheblichen Teil sofort lösche (falscher Fokus, zu hell, zu dunkel) und danach 30-40 Fotos in die engere Auswahl nehme. Jetzt erst beginnt der eigentliche Teil der Arbeit; hier bearbeite ich die Fotos nach meinem intuitiven Empfinden: Ich verändere die Tonwerte, erhöhe die Sättigung oder wandle das Foto in ein schwarz-weißes um. Meistens schärfe ich auch noch ein wenig nach und zuletzt schütze ich mein Foto vor Missbrauch, indem ich es mit meinem Logo versehe. Kein Foto, das ich veröffentliche, bleibt unbearbeitet. Heute aber präsentiere ich das Foto doppelt: in der Vorher- und Nachher-Version (oder umgekehrt):

Im Hofgarten

Micha - 24. August 2010 - 20:21

Ja genau, da haben wir tatsächlich einen Kuchen gebacken! Emma ist momentan ganz verrückt nach dem Lied. Sie stimmt immer an: “Batte batte…”, aber weiter kommt sie noch nicht. Hier habe ich sie heute ermutigt, den Hof ein wenig zu erkunden. Und sie war tatsächlich ziemlich neugierig!
Liebe Grüße auch an euch, lasst’s euch gutgehen!

ulrichhadré - 24. August 2010 - 18:25

Ein Lichtblick an diesem trüben Tag! Wir singen gleich mit: Backe, backe Kuchen … Vielen Dank und liebe Grüße an euch beide von Uli und Christa

Fanø-Impressionen

Eine kleine Zusammenstellung von Eindrücken. Viel Freude beim Betrachten! Lautsprecher an!

Bi-Ba-Butzemann

Für alle Omas und Opas da draußen und auch für alle sonst, die Emma so selten sehen und gern an ihrem Aufwachsen teilhaben:

Schienen: Welch wundervolles Kraxelwerk!

Ein stillgelegtes Schienen-Stück. Eine schöne Kulisse zum Fotografieren. Liegt auf dem TU-Gelände so rum.






H o n o r a r
I m p r e s s u m
D a t e n s c h u t z